INSTITUT FÜR BAUKUNST, BAUAUFNAHMEN UND ARCHITEKTURTHEORIE  •  TECHNISCHE UNIVERSITÄT WIEN
AUSSEREUROPÄISCHE BAUKUNST  •  SEMINAR SKELETTBAUTEN DER INDIANER NORDAMERIKAS  •  Ao.Univ.Prof. DI Dr. Erich Lehner

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Perspektive 1

Perspektive 2


P F A H L B O X   D E R   E S K I M O



Die kleine in der Beringsee gelegene Königsinsel (King Island) ist ein nackter Granitfelsen mit Steilufer. Die wenigen Bewohner leben vom Walfang und siedeln sich in unmittelbarer Ufernähe an, wo eine freie Sicht über das Meer gewährleistet ist.
Das steil abfallende Gelände erzwang ein Pfahlbausystem für die gesamte Siedlung; alle Bauten wurden auf kleinen Pfahlplattformen errichtet, welche die Geländeunebenheiten ausglichen, und waren durch Stege bzw. Brücken miteinander verbunden. Für die Konstruktionen wurden bis zu 6 m lange Stämme benötigt, die mit Booten vom Festland herangeschafft werden mussten.

Die Box-Strukturen dieser Pfahlbaueinheiten waren nach dem gleichen System aufgebaut: Eine Einheit bestand aus sechs Stelzen, wovon vier in einem Quadrat mit ca. 4 m Seitenlänge aufgestellt wurden, und etwa 2 m davor zwei weitere, welche den mit den Verbindungsstegen verbundenen Vorbereich tragen sollten.
Die Steher wurden auf halber Höhe mit einem horizontal verlaufenden Rahmen ausgesteift, auf den die Plattform verlegt wurde, die aus dicht an dicht verlegten Hölzern bestand. Die hinteren vier Steher beplankte man auf der Höhe der Plattform; sie bildeten die Wände der Box, deren Eingangsseite immer zum Meer hin gerichtet war. Auf Traufenhöhe wurde ein weiterer Horizontalrahmen eingefügt, der die Stabilität der Pfahlstruktur sicherte und das Auflager für die Dachkonstruktion bildete.
Nach Fertigstellung des Holzbaus umhüllte man die Box mit Walhaut, welche einen zusätzlichen Schutz gegen die extreme Witterung in der Beringsee bildete.

Mark Neuner  
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