INSTITUT FÜR BAUKUNST, BAUAUFNAHMEN UND ARCHITEKTURTHEORIE  •  TECHNISCHE UNIVERSITÄT WIEN
AUSSEREUROPÄISCHE BAUKUNST  •  SEMINAR SKELETTBAUTEN DER INDIANER NORDAMERIKAS  •  Ao.Univ.Prof. DI Dr. Erich Lehner

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P F A H L B A U T E N


Pfahlbauten treten weltweit in vielen Baukulturen auf, wobei die Gründe für die Anwendung dieser Bauweise unterschiedlicher Art sein können. Der Schutz vor Bodenfeuchtigkeit im weitesten Sinne ist der am häufigsten auftretende Aspekt, werden doch Pfahlbauten meist in Überschwemmungsgebieten, in Sumpfgebieten, am Wasser oder im Wasser errichtet. Der Schutz vor Angriffen — ob durch Tiere oder Menschen — kann als ein weiterer wesentlicher Aspekt betrachtet werden; jede höhere Lage bietet strategische Vorteile. In feuchtheißen Klimazonen wiederum kann durch eine erhöhte Lage des Wohnraums der kühlende Luftzug besser genutzt werden, wobei der luftdurchlässige Boden eines in Pfahlbauweise errichteten Bauwerks eine vollständige Querdurchlüftung bewirkt. Ein weiteres Gebiet der Anwendung von Pfahlbauweisen sind schließlich Bauplätze in extremen Hanglagen und auf unebenem Terrain, wo Plattformen geschaffen werden müssen, um darauf die Bauwerke errichten zu können.

Die hier behandelten Beispiele von Pfahlbautypen der Indianer Nordamerikas lassen sich auf die Aspekte des Schutzes vor Bodenfeuchtigkeit und der kühlenden Luftbewegung bei den in den Südstaaten der USA errichteten Strukturen Schattendach und Chickee zurückführen. Die Pfahlbox der Eskimo bietet ein Beispiel für den Einsatz der Pfahlbauweise auf unebenem Terrain.

Mark Neuner  
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