INSTITUT FÜR BAUKUNST, BAUAUFNAHMEN UND ARCHITEKTURTHEORIE  •  TECHNISCHE UNIVERSITÄT WIEN
AUSSEREUROPÄISCHE BAUKUNST  •  SEMINAR SKELETTBAUTEN DER INDIANER NORDAMERIKAS  •  Ao.Univ.Prof. DI Dr. Erich Lehner

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TYP 1

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Perspektive 1

Perspektive 2

Perspektive 3

Perspektive 4

Draufsicht

Schnitt

Innenperspektive


TYP 2

Animation

Perspektive 1

Perspektive 2

Perspektive 3

Draufsicht

Schnitt

Innenperspektive 1

Innenperspektive 2


ERDHAUS DER HIDATSA UND ARIKARA

Schon um 700 v.Chr. errichteten die halbnomadischen Stämme der Hidsata und der Arikara in den Prärien Nordamerikas erdbedeckte, kreisförmige Wohnhütten, die durch einen kurzen, tunnelartigen Eingang erreichbar waren, der aus dicht an dicht gesetzten Stäben konstruiert war. Die Feuerstelle befand sich im Zentrum des Raumes, und in dessen unmittelbarer Nähe war auch der Ehrenplatz des Ältesten. Die weiteren Bettstätten, das Feuerholz, das Futter für die Pferde, die Kochutensilien und andere Gegenstände des täglichen Bedarfs wurden am äußeren Rand des Raumes angeordnet. Für das Lagern von Essensvorräten über den Winter legte man mehrere unterirdische Kammern mit einer Tiefe bis zu 2 m und einem Durchmesser von etwa 1,5 m an.
 
Ein Typ des Winterhauses der Hidatsa war ein Erdhaus, welches aus zwei getrennten Räumlichkeiten bestand: einer großen Struktur mit etwa 12 m Durchmesser, und einer kleinen Stangenhütte mit ca. 4,5 m Durchmesser; beide Strukturen waren mit einem engen Gang miteinander verbunden. Der Anbau konnte verschiedenen Zwecken dienen; häufig wurde er als Altenwohnung benutzt.

Das Primärgerüst der Erdhäuser setzte sich im Allgemeinen aus einer äußeren ringförmigen Rahmenkonstruktion von 12 kreisförmig angeordneten Stehern mit starken Überlagern und einem innerem Viergestell zusammen. Die Skelettstruktur der Wandzone bestand aus eng nebeneinander angeordneten Stämmen, die man in relativ steilem Winkel schräg gegen den äußeren Rahmenring lehnte. Der Bereich zwischen diesem Rahmenring und dem Viergestell wurde mit einer Sparrenlage gedeckt, die in viel geringerem Winkel als die Wandzone verlegt wurde; etwa hundert Sparren wurden benötigt, um die schwere Deckung zu tragen, die aus Erde bestand und auf eine Schicht aus Weidenzweigen aufgebracht wurde.

Susanne Brandt
Günter Zöhrer
 
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