INSTITUT FÜR BAUKUNST, BAUAUFNAHMEN UND ARCHITEKTURTHEORIE  •  TECHNISCHE UNIVERSITÄT WIEN
AUSSEREUROPÄISCHE BAUKUNST  •  SEMINAR SKELETTBAUTEN DER INDIANER NORDAMERIKAS  •  Ao.Univ.Prof. DI Dr. Erich Lehner

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K L E I N E R   W I G W A M

Der Wigwam, ein bei den Algonkin vorherrschender Bautyp, der aber auch von anderen Stämmen errichtet wurde, konnte unterschiedliche Funktionen besitzen und unterschiedlich dimensioniert sein. Während größere Strukturen durch ein inneres Rahmenskelett ausgesteift wurden (siehe Großer Wigwam), entsprachen kleine Wigwams in ihrem Aufbau jener klassischen Kreuzbogenkonstruktion, die außerhalb der indigenen Architektur Nordamerikas auch in vielen Bautraditionen Südamerikas, Afrikas und Asiens auftritt.
Die kuppelförmige Rahmenkonstruktion, deren Grundriss einem Kreis oder einem Oval entsprach, bestand aus einer Reihe von Jungstämmen, die im Boden verankert und bogenförmig miteinander verbunden wurden, wobei die Bögen entweder in zwei parallelen Reihen längs und quer angeordnet oder durch einen zentralen Punkt geführt wurden.
Als Verbindung der einzelnen Stämme miteinander dienten Wurzeln oder Bastfasern. Dünnere, flexiblere Stämme wurden ineinander verwunden und — falls notwendig — mit zusätzlichen Bindungen gesichert.
Das Material für die Deckung variierte bei den verschiedenen Stämmen entsprechend der verfügbaren Ressourcen. So verwendeten die Chippewa hauptsächlich Birkenrinde, Schilf- oder Cattailmatten, im Gegensatz zu den Potawatomi, die ihre Hütten mit Ulmenrinde deckten. Ebenso waren Binsenmatten, Häute und Stoff für die Dachhaut in Verwendung. Diese traditionellen Materialien wurden nach dem Kontakt mit den europäischen Siedlern durch Zeltleinwände und Plastikplanen ersetzt. Oft wurde die Außenverkleidung mit Stämmen, die man gegen den Wigwam lehnte, oder mit einem äußeren Rahmen aus Jungstämmen und Ästen gesichert.

Caroline Sedlacek  
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