INSTITUT FÜR BAUKUNST, BAUAUFNAHMEN UND ARCHITEKTURTHEORIE  •  TECHNISCHE UNIVERSITÄT WIEN
AUSSEREUROPÄISCHE BAUKUNST  •  SEMINAR SKELETTBAUTEN DER INDIANER NORDAMERIKAS  •  Ao.Univ.Prof. DI Dr. Erich Lehner

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S C H W I T Z H Ü T T E   D E R   C R O W

Eines der wichtigsten Rituale der Indianer Nordamerikas, das auch heute noch vollzogen wird, ist das Schwitzbad, das der seelischen und körperlichen Reinigung dient.
Die Hütten für dieses Gebets- und Reinigungsritual werden Schwitzhütten (Sweatlodges) genannt. Es waren kleine, niedrige Bogenkonstruktionen, deren Errichtung meist rituellen Angaben folgte.
Die geringe Bauhöhe der Schwitzhütte erlaubte den Männern nur darin zu liegen oder zu sitzen, erleichterte aber die Erwärmung des Raumes.
Die für das Schwitzbad notwendige Hitze wurde durch glühende Steine erzeugt, welche man vor der Schwitzhütte in einer Feuerstelle erhitzte. Durch Übergießen der Steine mit Wasser erzeugte man Dampf und verstärkte das thermische Empfinden.
Die Skelettstruktur bestand aus bogenförmig miteinander verbundenen Ästen oder Baumschösslingen. Meist besaßen die Schwitzhütten eine Kuppelform, manchmal aber errichtete man sie in einer besonderen Konstruktionsweise, die sich dem Schamanen in Visionen offenbart hatte.
Als ein Beispiel dafür steht hier eine spezielle Schwitzhütte der Crow, die Spitzbogenform besaß und aus genau 44 Weidenästen errichtet wurde.
Man verankerte die Äste im Boden und verankerte sie miteinander, wonach sich 22 Bögen bildeten. Kleine Zweige und Blätter an den Ästen wurden nicht entfernt, sondern ineinander verwoben und stellten in dieser Weise die Verbindung der einzelnen Bögen her.
Ursprünglich wurde die gesamte Konstruktion mit einer dichten Abdeckung aus Büffelhäuten oder Decken abgeschlossen, um ein Entweichen der Hitze und des Dampfes zu vermeiden; mit dem wachsendem Einfluß der Europäer ersetzte man allerdings die traditionellen Materialien nach und nach durch Planen.

Caroline Sedlacek  
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