INSTITUT FÜR BAUKUNST, BAUAUFNAHMEN UND ARCHITEKTURTHEORIE  •  TECHNISCHE UNIVERSITÄT WIEN
AUSSEREUROPÄISCHE BAUKUNST  •  SEMINAR SKELETTBAUTEN DER INDIANER NORDAMERIKAS  •  Ao.Univ.Prof. DI Dr. Erich Lehner

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Perspektive 1

Perspektive 2

Ansicht 1

Ansicht 2


K I

Die Stämme der Pima und Papago, die im heißen und trockenen Klima des Südwesten der USA siedelten, bewohnten, je nach Jahreszeit, zwei unterschiedliche Typen von Häusern.
Den Sommer über lebten sie in sogenannten Ramadas, offenen Lauben, die Schutz vor der Sonne boten und optimalen Luftdurchzug boten. Im Winter hielten sie sich in leicht eingetieften, kuppelförmigen Hütten auf, die man Ki nannte. Die Winterhäuser waren sehr robuste Konstruktionen, die auch heftigen Stürmen Stand hielten.
Bei beiden Stämmen, Pima und Papago, unterschied sich die Konstruktion des Ki lediglich in den verwendeten Baumaterialien. Die Strukturen der Pima wurden aus Cottonwood (Pappeln), Arrowwood und Weiden gebaut, während die Papago Mesquite und statt der Weidenäste dünne Ocotillo-Kakteen verwendeten.

Der Boden wurde vor dem Aufstellen der Struktur etwa einen halben Meter tief ausgehoben und eingeebnet. Vier gegabelte Stämme, mit Abständen von 2 - 2,5 m im Rechteck aufgestellt, sowie vier weitere Balken, die in die Gabeln der Stützen gelegt wurden, bildeten die primäre Skelettkonstruktion.
Auf dieses Gerüst legte man parallel zueinander mehrere gerade Stangen, welche die flache Decke der Hütte bildeten. Manchmal wurde als Verstärkung der Deckenkonstruktion eine weitere Querlage Stangen hinzugefügt.
Um das Grundgerüst und den ausgehobenen Boden wurden im Kreis Weidenäste im Boden verankert und bogenförmig an den horizontalen Balken befestigt. Danach brachte man zur Aussteifung der bestehenden Konstruktion weitere Horizontalstangen bzw. Äste an.
In dieses Skelett wurden Stroh, Gras und Strauchwerk eingeflochten, die eine dichte, isolierende Wandschicht bildeten. Durch eine weitere Lage aus horizontal verlegten Ästen sicherte man die Deckung.
Schließlich wurde die Wand im Dachbereich mit einer Schlammschicht versiegelt und um die gesamte Hütte, mit Ausnahme des Eingangs, ein Erdwall angeschüttet.

Caroline Sedlacek  
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