INSTITUT FÜR BAUKUNST, BAUAUFNAHMEN UND ARCHITEKTURTHEORIE  •  TECHNISCHE UNIVERSITÄT WIEN
AUSSEREUROPÄISCHE BAUKUNST  •  SEMINAR SKELETTBAUTEN DER INDIANER NORDAMERIKAS  •  Ao.Univ.Prof. DI Dr. Erich Lehner

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KLEINER WIGWAM
(Kreuzbogen-
konstruktion)


B O G E N K O N S T R U K T I O N E N

Im Gebiet der Großen Seen, im Südosten der USA, aber auch im Süden von Kalifornien, bewohnten viele Indianerstämme Hütten, deren Skelett aus gebogenen Jungstämmen konstruiert war. Die Konstruktionsarten variierten dabei, basierten aber immer auf dem selben Prinzip: Junge, biegsame Stämme, manchmal auch Äste, wurden im Boden verankert und bogenförmig miteinander verbunden.
Diese Verbindung konnte auf unterschiedliche Art ausgeführt werden: als Kreuzbögen, als Radialkreuzbögen, als Radialbögen oder als Parallelbögen. Größere Strukturen bzw. solche, die auf längeren Bestand hin konzipiert waren, erforderten als aussteifende Unterkonstruktion ein Primärskelett aus massiven, geraden Stämmen.

 
In ihrer Form entsprachen die Bauten meist Kuppeln, manchmal auch Tonnen oder Kombinationen von Halbkuppeln und Tonnen. Der Grundriss war im Allgemeinen kreisförmig oder oval; seltener wurden langgestreckte Strukturen errichtet, wie etwa die für besondere Rituale dienende Zeremonialhütte der Midewiwin.

Für die Deckung der Bauten wurden unterschiedliche Materialien verwendet.
Abhängig von den klimatischen Bedingungen und den Rohstoffressourcen (Tierhäuten, Rinden oder anderen pflanzlichen Materialien) wurden Wand- und Dachhaut dicht oder luftdurchlässig ausgeführt.
Die Errichtung der Hütten konnten im Allgemeinen sehr rasch von statten gehen, weshalb diese Bautypen auch bei nomadischen und halbnomadischen Stämmen häufig in Gebrauch waren.
Die Bauwerke wurden für die unterschiedlichsten Funktionen genutzt: Sie dienten nicht nur als Wohnhäuser, sondern waren auch Ort kultischer Handlungen und Rituale, wie das beispielsweise beim Shaking tent und bei der Schwitzhütte der Fall war.

Caroline Sedlacek  
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