22 Pura Ulun Danu Bratan
22.1 Lageplan
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22.2 Plan[22_plan]
22.3 Beschreibung
22.3.1 KurzbeschreibungSeine Lage am Danu Bratan hat diesen Tempel zu einem der bekanntesten Heiligtümer Balis gemacht. Links vom Eingang zum ersten Tempelhof befindet sich ein buddhistischer Stupa mit mehreren meditierenden Buddhafiguren im Lotossitz. Man verehrt hier Gautama Buddha, den Begründer des Buddhismus.
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Der Drei-Tumpang-Meru auf der vorderen Insel, der mit Reliefschnitzerein in rot, gold und blau versehen ist, ist der Sitz von Dewi Danu, der Göttin der Seen und Meere. Der Elf-Tumpang-Meru, der dem Ufer näher liegt, ist Dewa Pucak Manu gewidmet.
Im Pura Ulun Danu gibt es im Vorhof einen besonderen abgegrenzten Bereich, der den Rajas von Mengwi gehört.
22.3.2 Achsen
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Bevor man die Anlage betritt, passiert man einen großen Baum, unter dem sich prähistorische Sarkophage befinden. Nach dem Durchschreiten des Candi Bentar öffnet sich ein großer weiter Platz. Rechts befindet sich der separierte Tempelkomplex der Rajas von Mengwi und zur linken Hand stehen zwei Bales sowie das Kori Agung, das in das Tempelinnere führt. Die zwei wichtigsten Merus stehen allerdings außerhalb dieses Tempels auf zwei vorgelagerten künstlichen Inseln.
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Pura Ulun Danu Bratan befindet sich etwas nördlich vom Gunung Agung, womit die klassische südbalische Kaja-Kelod-Ausrichtung nicht zur Anwendung kommen kann.
Es stellt sich die Frage, ob hier nicht eventuell auf eine klassisch-balinesische Ausrichtung nach dem Orientierungssystem Nawa Sanggah verzichtet wurde, um den Bezug zum See, der ja nicht nur wie oben erwähnt durch Dewi Danu gegeben ist, herzustellen. Der Meru für Dewi Danu und jener für Dewa Pucak Manu befinden sich auf je einer kleinen künstlichen Insel direkt im See. Das Tempelinnere mit weiteren zwei Merus und mehreren Schreinen befindet sich hinter einem Weg, ebenfalls direkt am See. Auch der separat ummauerte Bereich der Raja’s von Mengwi liegt – sogar mit zwei seiner Seiten – direkt am See.
22.3.3 SymmetrieDa sich der Tempel nordwestlich des Gunung Agung befindet, müsste er wohl so gerichtet sein, dass die Schreine im Tempelinneren im Osten der Anlage stehen. In diesem Falle wären dann auch drei der vier Merus an der Kaja-Seite des Tempels.
22.3.4 AuffälligkeitenDer Elf-Tumpang-Meru auf der dem Ufer näher gelegenen Insel ist Dewa Pucak Manu geweiht. Manu hat nach einer Sintflut die Menschheit neu erschaffen und gilt somit als Urvater aller Menschen. Ein Fisch, der als erste Erscheinungsform Vishnus gilt, hat Manu angewiesen ein Schiff zu bauen und beim Zurückgehen der Flut machte Manu sein Schiff am Pucak, den man vielleicht mit dem Gipfel des Himalaya gleichsetzen kann, fest. So ist es nicht abwegig, in einem Tempel, der der Seegöttin geweiht ist, eine mit dem Wasser derart stark verbundene Gottheit zu verehren.
Weiters gilt Manu auf Bali als der Begründer des Hinduismus. Gautama Buddha, der von den Brahmanen in die hinduistische Götterwelt aufgenommen wurde, wird als ein weiterer Religionsstifter ebenfalls in Pura Ulun Danu Bratan verehrt.
Beide Merus auf den Inseln sind von jeweils eigenen Mauern umgeben. Jener von Dewa Pucak Manu hat an einer Seite ein Candi Bentar, wohingegen jener von Dewi Danu an allen vier Seiten je ein Candi Bentar besitzt.
Jener separat abgeschlossene Tempel, der den Ahnen der Rajas von Mengwi gewidmet ist, trägt die Bezeichnung Pura Dalem. In diesem Falle steht Dalem allerdings nicht für die Unterwelt sondern vielmehr für innen, so sind jene der höchsten Kaste sozusagen im Inneren, im Gegensatz zu den normal Sterblichen, die jaba, also außen stehend, sind.
Wendet man sich, bevor man das Candi Bentar durchschreitet, nach links, gelangt man zu einem buddhistischen Stupa. Davor sitzen fünf ältere Buddhas im Lotossitz. Es handelt sich um die Dhyani-Buddhas, welche die Aufgabe haben, die verschiedenen Himmelsrichtungen zu bewachen. Die ursprüngliche Reihenfolge wurde durcheinander gebracht und auch die Bedeutung der unterschiedlichen Gesten dürfte bei der Errichtung des Stupas bereits vergessen gewesen sein. So sind die fünf Buddhas im Stupa alle in der gleichen Meditationshaltung dargestellt.
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22.4 Quellen
22.4.1 LiteraturDUSIK Roland, Bali – Java- Lombok, Köln 6 1991
SPITZING Günter, Bali, Köln 3 1989, S 340 ff22.4.2 Bildnachweis
DIGNÖSS Mario © 2004: 22_karte, 22_abb_03
LEHNER Erich © 2004: 22_abb_01, 22_abb_02, 22_abb_04
MAYER Irmengard © 2004: 22_plan