20 Pura Tirta Empul – Quellheiligtum
20.1 Lageplan[20_karte]
20.2 Plan[20_plan]
20.3 Beschreibung
20.3.1 KurzbeschreibungTirta = heiliges Wasser; Empul = große Quelle
Diese Tempelanlage verdankt ihr Bestehen einer Quelle, um die sich mehrere Legenden bzw. Mythen ranken. All diese Erzählungen handeln vom Götterkönig Indra, der hier als Wohltäter agierte. So wird dem hier entspringendem Quellwasser heilende Wirkung nachgesagt. Nach der Entzifferung einer Inschrift konnte die Anlage auf das Jahr 962 n.Chr. datiert werden. Den heutigen Zustand verdankt der Tempel einer vollständigen Renovierung im Jahre 1969. Dabei wurden auch weitere Schreine und Pavillons errichtet. Seither wird die Anlage stetig erneuert.
Vor dem eigentlichen Tempel befindet sich ein großzügig angelegter Park. Die Tempelanlage selbst besteht aus mehreren Höfen, die durch Mauern voneinander getrennt sind. Im ersten Hof des Tempels finden sich mehrere Becken, die zum Baden gedacht waren.
Den zweiten Hof betritt man durch ein gespaltenes Tor (Candi Bentar), das von zwei kleinen Bales flankiert wird. Im ersten Hof befinden sich mehrere Becken, die von der heiligen Quelle gespeist werden. Diese Becken haben von Osten nach Westen hin eine immer geringer werdende Bedeutung. Ganz im Osten befindet sich das heiligste Becken, das von fünf Speiern, welche die fünf heiligen Wasser symbolisieren, befüllt wird. Inmitten dieses kleinen Beckens steht ein Schrein. Links davon befinden sich das Männer- und das Frauen-Badebecken. Außerhalb der Mauer liegt ein weiteres Becken zur öffentlichen Reinigung.
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Im dahinter liegenden Hof befindet sich der heilige See mit seinen Lotusblüten. Dieses durch eine Mauer gefasste Becken befindet sich, seiner Bedeutung entsprechend, am nordöstlichen Ende dieses Hofes. Außer der Quelle befinden sich noch mehrere Pavillons und eine Lingam-Yoni-Skulptur in diesem Hof.
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Begibt man sich in den vierten Hof, stößt man auf zahlreiche Schreine und mehrere Pavillons. Der im nordwestlichen Bereich und somit an der wichtigsten Stelle dieses Hofes befindliche Schrein ist der Gottheit Indra geweiht. Der Götterthron Indras wird von der mythologischen Schildkröte Bedawang getragen.
Westlich dieses Hofes befindet sich ein weiterer Hof, der mehrer Pavillons beherbergt, die eher einem profaneren Zweck, wie zum Beispiel der Renovierung oder des Kochens dienen. Außerdem befindet sich der Gong (Kulkul) in diesem Hof.
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20.3.2 AchsenWie bereits erwähnt ist die Anlage in mehrere Höfe gegliedert, die von Süden nach Norden an Wichtigkeit gewinnen. Durch die beinahe in einer Linie geführten Eingangstore zu den jeweiligen Höfen ergibt sich eine Längsachse von Süden nach Norden.
20.3.3 SymmetrieDurch diese Achse wird die Anlage in zwei Bereiche geteilt, in einen östlichen, dem bedeutenderen, und einen westlichen. Durch die daraus sich ergebende unterschiedliche Wertigkeit dieser beiden Bereiche resultieren unterschiedliche Baukörper, sodass keine Symmetrie entstehen kann. Während im westlichen Teil hauptsächlich Schreine zur Verehrung der Gottheiten zu finden sind, besteht die Masse der Gebäude im östlichen Teil aus Pavillons.
20.3.4 AuffälligkeitenDas Besondere dieses Tempels stellen sicherlich die einzelnen Becken mit ihrer unterschiedliche Bedeutung dar. Ihre Anordnung und ihre Position zueinander lassen Rückschlüsse auf ihre Wertigkeit zu. So steht die eigentliche Quelle an der wichtigsten Ecke im Nordosten, und weitere Becken südlich davon, nach ihrer Wichtigkeit von Osten nach Westen gereiht.
20.4 Quellen
20.4.1 LiteraturDAVISON Julian, Balinese Temples, Singapore 1999, ISBN 962-593-196-1, Seite 23
DUSIK Roland, Bali – Java- Lombok, Köln 6 1991, , ISBN 3-7701-2378-6, Seite 162 u. 163
EISENSCHMID Rainer, Bali, Ostfildern bei Stuttgart 3 1996, ISBN 3-87504-121-6, Seite 146 u. 147
HOMBOURG Elke, Bali, Berlin 2000, ISBN 3-8268-2354-0, Seite 179 u. 180
GUTHRIE HAER Debbie, Bali – A traveller’s companion, Singapore 2 2001, 981-3018-49-6, Seite 197
LOOSE Stefan, Indonesien, Berlin 9 2002, ISBN 3-7701-6106-8, Seite 455
SPIZTING Günter, Bali, Köln 3 1989, ISBN 3-7701-1382-9, Seite 205, 206 u. 20720.4.2 Bildnachweis
DI Mario DIDNÖSS © 2004: 20_karte; 20_plan; 20_abb_01; 20_abb_02
Ao.Univ.Prof. DI Dr.techn. Erich LEHNER © 2004: 20_abb_03
Günther ZÖHRER © 2004: 20_abb_04