18 Pura Taman Ayun

18.1 Lageplan

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18.2 Plan

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18.3 Beschreibung


18.3.1 Kurzbeschreibung

Taman Ayun = schwimmender Blumengarten

Der bei Mengwi gelegene, 1634 vom Raja Mengwis, I Gusti Agnung Anom, gegründete Tempel ist der zweitgrößte Tempelkomplex Balis und zählt zu den Reichstempeln. Es werden hier die Vorfahren des königlichen Geschlechts von Mengwi verehrt. Die Schreine stehen in Verbindung zu den wichtigsten Berg- und Meeresheiligtümern. Die Anlage wurde 1937 im Zuge von ausgedehnten Restaurierungsarbeiten auf die heutige Größe erweitert.

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Der gesamte Komplex befindet sich auf einer Flussinsel und seine Höfe liegen auf unterschiedlichen Niveaus. Das Tempelinnere (Jeroan), in dem 27 Bauwerke stehen und das ausschließlich von Hindus betreten werden darf, ist von einem Wassergraben umgeben und nur über das Kori Agung sowie einen kleinen Zugang im Westen zu erreichen. Dieser Wassergraben dient als Badeplatz für die göttergesandten Widadari (geflügelte Himmelsnymphen, die als Mittler zwischen Göttern und Menschen gelten). Als Gegenpol dazu befindet sich im ersten Vorhof, in der Kelod-Kauh-Ecke, ein rechteckiges Wasserbecken als Kontaktstelle zur Unterwelt.

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Die beiden Vorhöfe sowie das Tempelinnere stellen gemeinsam die drei Bereiche des Weltengefüges dar: Erdgeister, Menschen und Götter. Die Anlage kann aber vielleicht auch als Trimurti Brahma-Vishnu-Shiva gesehen werden. Die gesamte Anlage gilt als Symbol des Berges Mahameru, der in einem See von Milch schwimmt.


18.3.2 Achsen

Beim Pura Taman Ayun kann man von einem nahezu perfekt angelegten Tempel sprechen. Die Hauptachse verläuft vom ersten Candi Bentar bis zum Kori Agung als durchgehend markierter Weg. Rechts von diesem Weg, also an der Kangin-Seite, befinden sich unter anderem eine große Halle sowie ein eigens eingefasster Bereich mit Schreinen. Links dieser Hauptachse, in der Kelod-Kauh-Ecke, aus der das Böse kommt, befindet sich ein rechteckiges Wasserbecken, das als Verbindung zwischen der Unterwelt und der irdischen Welt dient. Erst am Übergang vom ersten zum zweiten Vorhof steht links der Achse wieder ein Gebäude, der Kulkul.

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Nach dem Kori Agung macht die Hauptachse einen leichten Sprung von rund einem Meter in Kangin-Richtung. Auch hier soll wohl dieser Achsensprung den Dämonen das Eindringen in das Tempelinnere verhindern. Dieses Versetzen der Hauptachse führt dazu, dass die neue Achse keinen Schrein oder Tempel trifft, sondern ins Leere läuft. So sind alle Schreine, Throne und Merus vor dem direkten Einfluss des Bösen gefeit.

Querachsen gibt es im Pura Taman Ayun keine, dafür ist die Hauptachse umso präsenter.


18.3.3 Symmetrie

Ganz allgemein kann man sagen, dass Pura Taman Ayun, so wie alle süd- und ostbalinesischen Tempel, kein eigentliches Zentrum in der Anlage selbst besitzet. Ihr Zentrum liegt vielmehr außerhalb am Gunung Agung.

Balinesische Symmetrien treten hier durchgehend in der gesamten Tempelanlage auf. So sind in den Vorhöfen sämtliche Gebäude an der dem Sonnenaufgang zugewandten Seite angeordnet. Im Tempelinneren könnte es klassischer nicht zugehen: In Richtung Westen befinden sich sämtliche für einen Tempel typischen Bales, unter anderem der Bale Gong sowie zwei Gedongs, wobei jener in der Kaja-Kauh-Ecke einen Tumpang hat und sich so in die anschließende Reihe der Merus anpasst.

An den beiden Tempelseiten Richtung Kaja und Kangin stehen beinahe ausschließlich Merus und Schreine. Erst ganz im Südosten wurden wieder zwei Bales eingefügt, wovon eines den Dorfältesten als Versammlungsstätte dient.

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18.3.4 Auffälligkeiten

Das besondere hier ist, dass es sich um einen sogenannten Penywangan handelt, einen Tempel, in dem andere Heiligtümer verehrt werden. So werden die wichtigsten Berge Balis, Agung, Batukau, Batur, verehrt und es befindet sich auch ein Schrein für den Pura Sada im Tempelkomplex.

Pura Taman Ayun kann als Abbild der Vorstellungwelt der Balinesen gesehen werden. So ist der See um den Tempel ein Sinnbild des Meeres um Bali und entspricht der Unterwelt. Der Wassergraben um das Tempelinnere ist nicht nur Badesee der Widadari, sondern auch gleichzusetzen mit den Bergseen Balis wie etwa dem Danu Bratan, der Wasser für den Reisanbau liefert, und ebenfalls als Badesee der Widadari gilt.

Schließlich ist das Tempelinnere als die Insel Bali selbst anzusehen, die von der Ober- und Unterwelt umgeben ist.

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18.4 Quellen

18.4.1 Literatur

DUSIK Roland, Bali – Java- Lombok, Köln 6 1991
EISENSCHMID Rainer, Bali, Ostfildern bei Stuttgart 3 1996
HOMBOURG Elke, Bali, Berlin 2000
SPITZING Günter, Bali, Köln 3 1989, S 265 ff


18.4.2 Bildnachweis

DIGNÖSS Mario © 2004: 18_karte, 18_abb_01, 18_abb_02, 18_abb_03
LEHNER Erich © 2004: 18_abb_04, 18_abb_05
MAYER Irmengard © 2004: 18_plan

 

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