3 Gunung Kawi
3.1 Lageplan
3 .2 Plan
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3.3 Beschreibung
3.3.1 Kurzbeschreibung
Der Tempel Gunung Kawi (was in deutscher Sprache soviel wie „Berg der Poesie“ bedeutet) in der Nähe des Dorfes Tampaksirin wurde vermutlich im 11. Jahrhundert errichtet und gilt somit als Monument der balinesischen Frühgeschichte sowie der Manifestation der balinesich-javanischen Vergangenheit. Er wurde von den Europäern erst 1920 entdeckt, wozu unter anderem auch die außergewöhnliche Lage der Anlage, nämlich in einer malerischen Schlucht des Pakerisan-Flusses, inmitten von Reisterrassen, beigetragen hat.
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Die Anlage besteht aus einem Tempel, und im Besonderen aus drei in Fels gehauenen Klöstern, zwei Gruppen von insgesamt neun aus Tuffstein gehauenen Grabmälern in Form von Candis, sowie einem weiteren sogenannten 10. Denkmal, das den Grabmalen in ihrer Ausführung als Candi sehr ähnlich scheint.
3.3.2 Achsen
Dem eigentlichen Tempel kommt als Teil der beeindruckenden Gesamtanlagen mit den Klöstern und Grabmalen nur geringere Aufmerksamkeit zu. Er ist in seiner Ausführung auch relativ schlicht und einfach gehalten. Eine Achse läuft, ein wenig aussermittig, gerade durch die gesamte Anlage und endet zwischen einem Bale und dem Eingang zum Hauptkloster.
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3.3.3 Symmetrie
Es handelt sich um eine sich nach hinten zu – also mit zunehmender Entfernung vom Eingang bzw. vom Candi Bentar – ein wenig verjüngende Anlage. Die Symmetrie ist jedoch genau eingehalten, soweit dies die durchgehende Achse erlaubt. Die Pavillons und Schreine zu beiden Seiten sind – entsprechend dem Orientierungssystem des balinesischen Glaubens – nicht spiegelgleich angebracht, sondern man findet die Standpunkte bedeutenderer Teile eher auf den nordöstlichen Teil ausgerichtet.
3.3.4 Auffälligkeiten
Eine der Besonderheiten der Anlage des Gunung Kawi besteht zuallererst in den beiden Gruppen der Grabdenkmäler in Form von Candis zu beiden Seiten des Flussufers.
Die erste Gruppe, die Hauptgruppe von 5 Grabmälern, soll zum Gedächtnis des Königs Udayana und seiner Familie geschaffen worden sein. Das erste Candi ist König Udayana selbst gewidmet, das zweite seiner Frau und Königin Gunapriya, das dritte der Hauptkonkubine Udayanas und die beiden verbleibenden den Söhnen Marakara und Anak Wungsu. Es handelt sich nicht um freistehende Bauwerke, sondern um aus Tuffstein vollplastisch herausgemeißelte Monumente in Negativarchitektur.
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Die zweite Gruppe umfasst 4 Grabdenkmäler bzw. Candis, die den Konkubinen Anak Wungsus zugeschrieben werden und kurz nach seinem Tod um 1077 n. Chr. entstanden sein sollen.
Die Candis sind in insgesamt ca. 7 m hohe Nischen eingepasst und haben pyramidale Dachaufbauten. Sie ähneln in dieser Ausführung den Totenheiligtümern der Singhasari- und Majapahit-Dynastien und lassen somit auf einen Einfluss des damaligen ostjavanischen Baustils sowie früherer indischer Vorbilder schließen. Innenräume gibt es keine.[03_abb_08]
Nach der Überlieferung eines Mythos sollen die Felsen-Candis von dem Riesen Kbo Iwá aus dem Felsen herausgekratzt worden sein.
Südlich von diesen beiden Gruppen gelegen, entlang des Flusses, befindet sich ein „zehntes“ Denkmal, das einem hohen Beamten des Anak zugeschrieben wird.
Da keine menschlichen Aschereste bei bzw. in keinem der Grabmäler gefunden wurden, könnte es sich hier jedoch eher um Gedenkstätten vergöttlichter Fürsten und Herrscher handeln als um Mausoleen.Ein weiteres Merkmal dieser Tempelanlage sind die Felsenklöster, die verteilt in der Schlucht errichtet wurden und heute noch ausschließlich barfuß und mit einem Tempelhüter betreten werden dürfen. Es wird vermutet, dass diese Klöster der Rest einer Mönchsklausur aus dem 9. Jahrhundert wären.
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Das angebliche Hauptkloster ist rechts bzw. südlich von der Gruppe von fünf Denkmalen gelegen. Es handelt sich um einen Komplex mit Mönchszellen, in dessen Mitte sich ein Monolith von bisher unbekannter Bedeutung befindet.
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Südlich dieser Hauptanlage zu beiden Seiten des Flusses wurden weitere aus Stein gehauene Mönchszellen gefunden, die jedoch aufgrund ihrer – im Vergleich zum vorhergenannten Kloster – geringeren Größe und Komplexität entsprechend als Nebenklöster gelten.
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Die Einbettung in die Landschaft und Umgebung lässt eine tiefere symbolische Bedeutung vermuten. Der Fluss kann als Mittel und Medium einer bewussten Trennung bzw. Gegenüberstellung interpretiert werden, was vor allem bei der Analyse der Stellung der beiden Gruppen von Grabmalen logisch erscheint. Auch die Klosteranlagen werden durch den Fluss getrennt, wobei jedoch eine logisch nachvollziehbare Struktur nicht ohne weiteres ersichtlich wird.
Eine – besonders im Vergleich mit anderen Baukulturen augenscheinliche – Besonderheit kann in der scheinbaren Umkehrung bzw. Verneinung einer Überhöhung der Anlage gesehen werden, da die gesamte bauliche Struktur in der Schlucht, also tiefer als die „normale“ und durch die Bevölkerung alltäglich gelebte Umwelt, errichtet ist. Außerdem befinden sich vor allem die einzelnen Klöster auf verschiedenen Niveaus, was beim Abschreiten der Anlagen deutlich spürbar wird.
Bei der Betrachtung der Ausformulierung des Tempels vor allem im Kontext der landschaftlichen Prägungen und der Natur liegt es weiters nahe, eine Parallele zwischen diesen beiden Aspekten zu ziehen und den starken Einfluss der umgebenden Vegetation auf die Proportionen und die Ornamentik der Baukunst zu berücksichtigen.
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3.4 Quellen
3.4.1 LiteraturHÜLSEBUSCH Kerstin, SCHULZ Andreas, Bali, vista pocket guide, Köln 2,, 2002, ISBN 3-88973-325-5
die textwerkstatt, Pfullingen, Baedeker Redaktion, Baedeker Allianz Reiseführer – Bali, Ostfildern bei Stuttgart 1, 1994, ISBN 3-87504-121-6
3 .4.2 Bildnachweis
DI Mario DIGNÖSS © 2004: 03_karte
Ao.Univ.Prof. DI Dr.techn. Erich LEHNER © 1996: 03_abb_02; 03_abb_04; 0_abb_05; 03_abb_07; 03_abb_09; 03_abb_10; 03_abb_11; 03_abb_12
Irmengard MAYER © 2004: 03_abb_01
Olivia WIMMER © 2004: 03_plan_01; 03_plan_02; 03_abb_03; 03_abb_06; 03_abb_08