2 Goa Lawah - Fledermaushöhlen
2.1 Lageplan[02_karte]
2.2 Plan[02_plan]
2.3 Beschreibung
2.3.1 KurzbeschreibungGoa = Höhle; Lawah = Fledermaus
Der Tempel befindet sich am Meer südlich des Gunung Agung. Er ist ein Unterweltstempel, in dem die Schlangen Basuki und Antaboga verehrt werden. Außerdem handelt es sich bei dieser Anlage um einen der sechs Reichstempel. Namengebend sind die unzähligen Fledermäuse, die den Höhleneingang und die Höhle selbst bevölkern.
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Der meerseitig — also südlich gelegene — Eingang führt in den ersten Hof. Hier befinden sich mehrere Schreine zur Verehrung der Gottheiten des Meeres und der südlich gelegenen Insel Penida. Weiters steht beiderseits des Eingangs je ein Pavillon. Im südöstlichen Eck dieses Hofes befindet sich eine Quelle zur Entnahme von Wasser für diverse Zeremonien. An der südwestlichen Ecke steht der Kulkul-Turm.
Geht man durch ein weiteres Tor, gelangt man in den hinteren Hof, der einen 3-Tumpang, einen 7-Tumpang und einen 11-Tumpang Meru und weitere Schreine beherbergt. Auch zwei Bales und das Bale Gong finden hier Platz.
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Auf einer durch ein paar Stufen abgetrennten und daher etwas erhöhten Plattform, direkt am Eingang der Höhle gelegen, befinden sich weitere Schreine zur Verehrung der Götter der Sonne, des Wohlstandes, sowie anderer Gottheiten.
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2.3.2 Achsen
Durch die nahe Lage am Meer und den Umstand, dass sich der Gunung Agung ziemlich genau nördlich des Tempels befindet, ist die Nord-Süd-Achse deutlich ausgeprägt. Diese in Richtung Norden — also auch Richtung Höhleneingang führende — Achse bestimmt die Wertigkeit der einzelnen Höfe und steigert dadurch die Bedeutsamkeit von Süden nach Norden. Nach einer Legende führt die Höhle bis an den am Fuße des Gunung Agung gelegenen Tempel Pura Besakih. Somit würde die Höhle eine Verbindung zwischen der Himmelswelt (also dem Berg) und der Unterwelt (nämlich dem Meer) darstellen. Eine andere Legende wiederum behauptet, dass die Höhle unter dem Meer zur südlich des Tempels gelegenen Insel Penida führt. Auch diese Verbindung würde eine Nord-Süd-Achse darstellen.
2.3.3 SymmetrieDa die beiden Tore nach Westen hin versetzt sind, also nicht mittig sitzen, und die meisten Heiligtümer an der Ostseite des Tempels stehen, lassen sich keine auffälligen Symmetrien feststellen.
2.3.4 AuffälligkeitenDer Tempel zeichnet sich durch seine in der balinesischen Mythologie bedeutsame Lage aus, indem er fast genau im Süden des heiligen Berges Gunung Agung steht. Diese Beziehung zwischen Norden (Kaja) und Süden (Kelod) verbindet den Tempel direkt mit dem heiligsten Kultort Balis, Pura Besakih. Durch seine Nord-Süd-Ausrichtung können auch den beiden anderen Himmelsrichtungen eindeutig Kauh (Westen) und Kangin (Osten) zugewiesen werden. So befinden sich auf der Sonnenaufgangsseite (Kangin) die Schreine zur Verehrung der Götter, während auf der Sonnenuntergangsseite (Kauh) die eher profaneren Gebäude errichtet wurden.
2.4 Quellen
2.4.1 LiteraturDUSIK Roland, Bali – Java- Lombok, Köln 6 1991, , ISBN 3-7701-2378-6, Seite 178 u. 179
EISENSCHMID Rainer, Bali, Ostfildern bei Stuttgart 3 1996, ISBN 3-87504-121-6, Seite 97 u. 98
GUTHRIE HAER Debbie, Bali – A traveller’s companion, Singapore 2 2001, 981-3018-49-6, Seite 212
HOMBOURG Elke, Bali, Berlin 2000, ISBN 3-8268-2354-0, Seite 233
LOOSE Stefan, Indonesien, Berlin 9 2002, ISBN 3-7701-6106-8, Seite 462 u. 463
SPIZTING Günter, Bali, Köln 3 1989, ISBN 3-7701-1382-9, Seite 296, 313 u. 314
2.4.2 BildnachweisDI Mario DIGNÖSS © 2004: 02_karte; 02_plan; 02_abb_01; 13_abb_02
Ao.Univ.Prof. DI Dr.techn. Erich LEHNER © 2004: 02_abb_03; 02_abb_04