AKTUELLE VORLESUNG
AUSSEREUROPÄISCHE BAUKUNST

 

Literaturauswahl


 

 
WOHNHAUS, PALAST, TEMPEL UND SIEDLUNG
IN FRÜHEN KULTUREN WESTASIENS

 


 

 
EINLEITUNG

 

Themen:
 

  • Die Einführung und Verbreitung der Landwirtschaft im Vorderen Orient im Zusammenhang mit der Errichtung dauerhafter Bauwerke durch seßhafte Kulturen
     
  • Archäologische Evidenz der Bautraditionen früher Nomaden- und Bauernkulturen
     
  • Die Bedeutung der ältesten uns bekannten Baukultur im Vorderen Orient, und ihre Auswirkungen auf die Architekturtraditionen Asiens und Europas

 
 
FRÜHE SIEDLUNGEN

 

Themen:

  • Die Vielfalt an Bauformen und Bauweisen von Wohnhäusern in den frühen Kulturen des Vorderen Orients
     
  • Baumaterialressourcen (Schilf, Holz, Lehm, Stein) und ihre Auswirkungen auf Form und Konstruktion von Einraumhäusern
     
  • Entwicklung von Siedlungen zu städtischen Gebilden: Rundbauten und Bauten auf rechteckigem bzw. quadratischem Grundriß in ihren Möglichkeiten der baulichen Verdichtung
     
  • Vergleich der Bauweisen von Wohnhäusern, Kultstätten und Verteidigungsanlagen in frühen Siedlungen des Vorderen Orients
     
  • Das Prinzip der Überbauung als Charakteristikum der Lehmbauweise im Vorderen Orient: Auswirkungen auf Ortsgebundenheit von Bauwerken und Siedlungen, und auf die Entstehung der "Tells" bzw. "Tepes" in Vorderasien
     

Beispiele: Schilfhüttendarstellungen auf altmesopotamischen Rollsiegeln; rezente Srefen im südlichen Irak; Çatal Hüyük; Jericho


 
 
BREITRAUMTYPEN IM PROFAN- UND SAKRALBAU

 

Themen:

  • Vom Einraumhaus zum Mehrraumhaus; Bauformen und Bauweisen im soziokulturellen Kontext
     
  • Die Entstehung des Breitraum-Typs im Zusammenhang mit Nutzungs- und Erschließungskonzepten im Mehrraumhaus
     
  • Der Breitraum als Zentrum des Mehrraumhauses; der Breitraum als Haupt- und Repräsentationsraum des Wohnhauses
     
  • Der Stellenwert des Breitraumes im Kultbau Mesopotamiens, betrachtet im Zusammenhang mit dem allgemeinen Phänomen des "Traditionalismus" in der Sakralarchitektur
     
  • Die Disposition des Breitraumes im sumerischen Tempelbau und die Entstehung des "Knickachsentempels"
     
  • Das Prinzip der "Knickachse" in seiner Bedeutung für das Erschließungskonzept von Sakral- und Profanbauten in Mesopotamien
     
Beispiele: Tell Madhhur, Wohnhaus; Eridu, Tempel der Schichten XVII-IX; Uruk, Eanna-Bezirk, Tempel der Schichten V, IV und IVa; Uruk, Anu-Heiligtum, Tempel der Schichten E und B ("Weißer Tempel"); Aššur, sog. Alter Palast; Nuzi, Palast

 
 
BREITRAUMTYP UND HOFHAUS

 

Themen:

  • Dimensionssteigerung von Repräsentationsräumen: Funktionale Forderungen und konstruktive Grenzen
     
  • Überdeckte und offene Räume: Allgemeine Betrachtungen über Nutzungsmöglichkeiten in Abhängigkeit von klimatischen Bedingungen
     
  • Die Bedeutung des Hofes in den Architekturtraditionen Mesopotamiens
     
  • Die Stellung des Hofes im Erschließungskonzept von Profan- und Sakralbauten
     
  • "Knickachsen"-Erschließung im Hofhaus im Vergleich mit der Reihung von Höfen und achsialen Erschließungssystemen in der Repräsentationsarchitektur
     

Beispiele: Ur, Nannar-Heiligtum; Aššur, sog. Alter Palast; Nuzi, Palast; Babylon, sog. Südburg


 
 
BREITRAUMTYP UND SÄULENHALLE

 

Themen:
 

  • Die Säulenhalle (Apadana) als Repräsentationsraum in der Architektur der Achämeniden
     
  • Vergleich der architektonischen Charakteristika und räumlichen Qualitäten von Hof und Säulenhalle
     
  • Verbindung von Breitraum-Hofhaus-Typ und Säulenhalle in achämenidischen Palastkomplexen: Probleme in der Kombination unterschiedlicher architektonischer Konzepte
     
  • Hybride Architektur als machtpolitische Aussage: "Weltreichs-Kunst" und "Weltreichs-Architektur" als Ausdruck des Herrschaftsanspruchs der Achämeniden über ein "Weltreich" unterworfener Völkerschaften
     
Beispiele: Pasargadae, Palast; Susa, Palast des Darius; Persepolis


 

HAUS UND SIEDLUNG IN FRÜHEN KULTUREN DER INDUSREGION

 

 
Themen:
 
  • Frühe Wohnhaustypen in Belutschistan
     
  • Die Bedeutung von Gemeinschaftsbauten in frühen Kulturen und ihre Stellung im Siedlungsverband
     
  • Entstehung urbaner Strukturen im Industal
     
  • Prinzipien des Städtebaus in der Induskultur
     
  • Interpretation architektonischer Merkmale als Grundlage für das Verständnis gesellschaftlicher Systeme und Machtstrukturen in frühen Kulturen
     
  • Östliche und westliche Einflüsse auf die Architektur der Induskultur, und die Bedeutung des Handels auf Entstehung und Pflege interkultureller Kontakte
     
Beispiele: Mergarh; Mohenjo-Daro

 

 

SAKRALBAU IN INDIEN
 

 

 
EINLEITUNG

 
Themen:
 
  • Charakterisierung des Sakralbaus nach Religionen (Hinduismus, Buddhismus, Jainismus)
     
  • Charakterisierung des Sakralbaus nach Regionen: "Nagara-Stil" (Nordindien), "Dravida-Stil" (Südindien)
     
  • Übergang vom Bauen mit vergänglichen Materialien zur Steinbauweise
     
  • Symbolik des Baumaterials Stein im Tempelbau Indiens; Zusammenhänge mit Stand, Rang und Verdienst des Stifters
     
  • Allgemeine Gestaltungs- und Konstruktionsprinzipien im Steinbau indischer Sakralbauten; Tektonik und Atektonik

 
HINDUTEMPEL IN NORDINDIEN

 
Themen:
 
  • Darstellung der Charakteristika des nordindischen Tempeltyps im Vergleich mit frühen Steintempeln in Südindien
     
  • Artikulation des Sanktuariums durch gestaffelte Bauhöhen
     
  • Übernahme von im Holzbau entstandenen Proportionen, Konstruktions- und Detailformen in den Steinbau
     
Vergleichsbeispiel: Aihole, Lad-Khan-Tempel (Südindien)
 
  • Einfluß des Rituals des Umschreitens (Pradakshina) auf das räumliche Konzept des Tempels
     
  • Auswirkungen der dezentralen Lage des Sanktuariums auf Raumprogramm und Baukörper
     
  • Zusammenhänge mit buddhistischen Bautypen (Chaitya-Hallen)
     
Vergleichsbeispiel: Aihole, Durga-Tempel (Südindien); Vergleichsbeispiel: Karla, Chaitya-Halle (buddh.)
 
  • Räumliche Teilung des Tempels in Cella (Garbhagriha) und Vorhalle (Mandapa): Funktionale Gründe und Auswirkungen auf das architektonische Gesamtkonzept
     
  • Differenzierung der Raumqualitäten von Mandapa und Garbhagriha
     
  • Differenzierung der Gestaltung von Cella-Turm (Shikhara) und Mandapa im äußeren Erscheinungsbild
     
  • "Vertikalismus" und "Horizontalismus" in der Architektur
     
  • Unterschiedliche Gestaltungsprinzipien im Steinbau: Umsetzung unterschiedlicher Bauweisen mit vergänglichen Materialien; Probleme in der Schaffung einheitlicher Gestaltkonzepte
     
  • Symbolik des Garbhagriha, bzw. des Shikhara: mythologische Zusammenhänge
     
Beispiele: Bhuvaneshvar, Parashurameshvara-Tempel; Bhuvaneshvar, Mukteshvara-Tempel; Bhuvaneshvar, Rajarani-Tempel
 
  • Erweiterung des räumlichen Konzepts: Staffelung mehrerer Vorhallen; Umgang um Garbhagriha
     
  • Zunahme "räumlicher Intensität" bei der Näherung an das Allerheiligste; Vergleiche mit Sakralbauten anderer Kulturen
     
  • Anordnung gleicher Formen in unterschiedlichen Dimensionierungen als Gestaltungsprinzip in der indischen Architektur
     
Beispiel: Khajuraho, Kandariya-Mahadeva-Tempel
 
  • Die Bedeutung von Geometrie und Mathematik in der Planung von Hindu-Tempeln
     
  • Geometrie und Mathematik als Ausdruck kosmischer Gesetzmäßigkeiten
     
Beispiele: Somnathpur, Keshava-Tempel; Palmblattmanuskript mit Proportionsberechnungen und Mandala

 

HINDUTEMPEL IN SÜDINDIEN


 
Themen:
 
  • Unterschiede im Gestaltungskonzept des südindischen Tempelturms (Vimana) zum nordindischen Shikhara
     
  • Serielle Anordnung von Dekorelementen in ihrer visuellen Wirkung auf Proportionen und Dimensionen von Bauwerken
     
  • Entwicklung des Dominanzverhältnisses von Tempelturm und Halle
     
Beispiele: Mamallapuram, Dharmaraja Ratha; Mamallapuram, Strandtempel; Tanjore, Brihadishvara-Tempel; Gangaikondacolapuram, Brihadishvara-Tempel; Tanjore, Subrahmanya-Schrein
 
  • Bedeutung der Mauerumfassung im Konzept südindischer Tempelanlagen
     
  • Herausbildung markanter Portalzonen in der Tempelumfassung
     
Beispiele: Mamallapuram, Strandtempel; Pattadakal, Virupaksha-Tempel
 
  • Steigerung der Portalzone zum Torturm (Gopura)
     
  • Symbolik des Achsenkreuzes und dessen Bedeutung für die Wegführung in südindischen Tempelanlagen
     
  • Anlage konzentrischer Mauerzingel als Prinzip der additiven Erweiterung von Tempelanlagen
     
  • Verteilung der Baumassen und Bauhöhen in der Tempelanlage: Dominanz der Gopuras über den Kerntempel
     
  • Gestaltung und Situierung der Gopuras in ihrer Funktion als richtungsgebende Elemente im Gesamtkomplex
     
  • Proportion und Dimension: Probleme bei konzentrisch angelegten Baukomplexen
     
  • Hierarchiestruktur, räumliches Empfinden und Orientierung in konzentrisch angelegten Baukomplexen
     
  • Artikulation "zentraler" Punkte in komplexen Baugefügen: Bedeutung von Achsenführungen, Zonengliederungen und Orientierungssignalen
     
  • Symbolik der "Mitte" in mythologischen Vorstellungen, in der Lebensweise und in der Architektur Indiens
     
Beispiele: Tanjore, Gopura des Brihadisvara- (Rajarajeshvara-) Tempels; Cidambaram, Nataraja-Tempel; Tiruvannamalai, Arunacaleshvara-Tempel; Madurai, Großer Tempel und Stadtanlage; Shrirangam, Großer Tempel

 

 

HINDUTEMPEL IN JAVA
 


 

 

Themen:
  • Die Religionsdualität Hinduismus–Buddhismus im historischen Java und ihre Auswirkungen auf die Baukunst
     
  • Javanische Hindutempel als Varianten indischer Tempeltypen
     
  • Steigerung monumentaler Wirkung durch Reduktion der Formenvielfalt
     
  • Gliederungsprinzipien im dreizonigen Aufbau Sockel–Wand–Dach
     
  • Symbolik des dreizonigen Aufbaus
     
  • Monumentalisierung der Portalzone als richtungsgebendes Element
     
  • Diskrepanz von äußerer Gestaltung und Innenraum 
Beispiele: Dieng, Candi Bima; Dieng, Candi Puntadewa; Dieng, Candi Gatotkaca; Gedung Songo, Tempel I, II, III, IV
 
  • Monumentalisierung des Tempelkomplexes durch serielle Repetition untergeordneter Bauwerke und Elemente
     
  • Die Symbolik des Achsenkreuzes im Raumkonzept hinduistischer Kultbauten
     
  • Anlage und Gestaltung konzentrischer Galerien; das Ritual des Umschreitens
     
  • Bedeutung des nach den Kardinalrichtungen orientierten Achsenkreuzes im architektonischen Konzept buddhistischer Kultbauten
     
  • Bedeutung des Rituals des Umschreitens im architektonischen Konzept buddhistischer Heiligtümer
     
  • Ambivalenz hinduistischer und buddhistischer Symbolik im Baudekor zentraljavanischer Kultbauten
     
  • Ambivalenz hybrider Sakralarchitektur vor dem Hintergrund des Synkretismus von Hinduismus und Buddhismus 
Beispiele: Prambanan, Loro Jonggrang-Komplex; Candi Plaosan Lor; Borobudur

 
 
 

KULTBAUTYPEN IN THAILAND:
PRANG UND CHEDI

 


 

 
Themen:
 
  • Konvergente Entwicklung unterschiedlicher Bautypen innerhalb eines gemeinsamen kulturellen Rahmens
     
  • Prang als Sakralbau, entstanden aus hinduistischer Bautradition, mit Räumlichkeiten zur Götterverehrung
     
  • Chedi als Grabbau, entstanden aus buddhistischer Bautradition, Grabdenkmal zur Aufbewahrung von Reliquien, im allgemeinen ein massiver Baukörper ohne Innenräume 
Beispiele: Bangkok, Prangs und Chedis im Wat Phra Kaeo Prang
 
  • Tempel der Khmer und der Ursprung des thailändischen Prang
     
  • Das architektonische Konzept von Tempelanlagen der Khmer
     
  • Ursachen und Wirkungen von "Zentralität" und "Dezentralität" in Tempelanlagen der Khmer
     
  • Konzepte des Umganges und der Achsenbildung in Tempelanlagen der Khmer
     
  • Artikulation der Achsen im Gesamtkomplex und beim Kerntempel
     
  • Architektonische Möglichkeiten der Richtungsbildung in Bauwerken, gezeigt am Beispiel der Khmer-Tempel 
Beispiele: Angkor Wat (Kambodscha); Phimai; Phnom Rung
 
  • Steigerung von Schlankheit und Höhe des Prang im Zusammenhang mit der allgemeinen Tendenz zur "Vertikalisierung" in der Thai-Architektur
     
  • Auswirkungen der überproportionalen Höhensteigerung von Unterbau und Dachzone
     
  • Wachsende Bedeutung der Treppenaufgänge durch die Höhensteigerung der Tempelunterbauten
     
  • Entwicklung vom gerichteten Bauwerk zum Zentralbau
     
  • Das Bauwerk als Denkmal: Das Aufgehen der Funktion in der Symbolik
     
  • Ordnungsprinzipien im Tempelkomplex als Abbildung kosmischer Gesetzmäßigkeiten 
Beispiele: Ayutthaya, Wat Chai Wattanaram, Hauptprang und Gesamtanlage; Bangkok-Thonburi, Wat Arun
 
  • Funktion und Bedeutung des buddhistischen Klosters (Wat) in Thailand
     
  • Prinzipien in der Anlage eines Wat: Gliederung des Klosterkomplexes in Bereiche und deren hierarchische Ordnung im Wat; Art und Funktion der verschiedenen Bauwerke im Wat und ihre Situierung innerhalb der Anlage
     
  • Das Chedi als Zentrum des Wat, sein Stellenwert im klösterlichen Verband und im kultischen Ritual 

Beispiele: Lamphun, Wat Haripunchai; Lampang Luang; Doi Suthep
 

  • Der indische Stupa als Ursprung des hinterindischen Chedi
     
  • Entstehung und Verbreitung des Stupa
     
  • Der Stupa als Denkmal und Kultsymbol
     
  • Der heterogene Aufbau des Stupa aus zusammengesetzten Elementen unterschiedlicher Formensprache (Vedika, Medhi, Anda, Harmika, Chattra) 
Vergleichsbeispiel: Sañci , Stupa 1
 
  • Zusammenschluß der heterogenen Struktur des indischen Stupa zu einem organischen Gesamten im thailändischen Chedi
     
  • Formale Entwicklung und Varianten des Chedi während der Sukothai-, Ayutthaya- und Bangkok-Zeit
     
  • Steigerung der Schlankheit der Chedi-Typen im Vergleich mit der allgemeinen kontemporären stilistischen Entwicklung, im besonderen im Vergleich zum thailändischen Prang 
Beispiele: Sukothai, Chedi im Wat Chana Songkhram; Si Satchanalai, Chedi im Wat Chedi Chet Teo; Sukothai, Chedis im Wat Mahathat; Bangkok, Chedis im Wat Pho; Bangkok, Chedis im Wat Phra Kaeo
 
  • Überproportionale Höhenentwicklung der Chedi-Unterbauten und die damit verbundene wachsende Bedeutung von Treppenaufgängen und Umgängen auf mehreren Etagen

Beispiele: Si Satchanalai, Chedi im Wat Khao Suwan Khiri; Si Satchanalai, Chedi im Wat Chang Lom; Ayutthaya, Chedis im Wat Phra Si Sanphet
 

  • Konvergenz Prang - Chedi
     
  • Ähnliches Erscheinungsbild von Chedi und Prang als Resultat konvergenter Entwicklungsprozesse
     
  • Bedeutung eines gemeinsamen kulturellen Hintergrundes für die stilistische Entwicklung unterschiedlicher Bautypen 
Beispiele: Ayutthaya, Phu Khao Thong; Bangkok-Thonburi, Wat Arun

 


 

HÜTTE, PALAST UND TEMPEL:
BEZIEHUNGEN ZWISCHEN PROFAN- UND SAKRALBAU IN MESOAMERIKA
UMSETZUNG VON BAUWEISEN MIT VERGÄNGLICHEN MATERIALIEN IN DEN STEINBAU

 


 

   
EINLEITUNG

 
Themen:
 
  • Gesellschaftspolitische Situation im präkolumbischen Mesoamerika: Verhältnis Volk—Oberschicht—Herrscher
     
  • Landschaftliche und klimatische Besonderheiten des Maya-Gebietes
     
  • Lebensweise der Maya; allgemeine Entwicklung der Maya-Kultur

 
 
DIE WOHNHÜTTE ALS AUSGANGSPUNKT

 
Themen:
 
  • Prähistorischer Wohnbau der Maya: Rekonstruktionsversuche der aus vergänglichen Baumaterialien errichteten Hütten
     
  • Vergleich der auf zeitgenössischen Abbildungen dargestellten Bauwerke mit rezenten Maya-Hütten
     
  • Regionale und überregionale Charakteristika von Maya-Wohnhäusern: Grundrißformen, Wand- und Dachkonstruktionen, Errichtung der Häuser ebenerdig oder erhöht auf Plattformen
     
  • Charakteristika des "Breitraumes" bei den Maya und die Auswirkung auf das äußere Erscheinungsbild der Wohngebäude
     
Beispiele: Uaxactún, Ovalplattform in Estructura A-5; Uxmal, Hüttendarstellungen im "Viereck der Nonnen"; rezente Maya-Haustypen mit Rechteckgrundriß und Doppelapsidengrundriß 

 
 
UMSETZUNG VON BAUTEN AUS VERGÄNGLICHEN MATERIALIEN
IN DIE STEINBAUWEISE

 
Themen:
 
  • Umsetzung der Holzbauweise in die Steinbauweise als typologische Sequenz:
    1) Errichtung früher Tempel als Bauwerke aus vergänglichen Materialien; Übernahme von Form und Konstruktionsweise des Wohnbaus in den Sakralbau
    2) Umsetzung des Sockels in die Massivbauweise; bautechnische und symbolische Gründe
    3) Umsetzung der Wände in die Massivbauweise; Zusammenhänge mit Repräsentationsbedürfnis und Dauerhaftigkeit
    4) Umsetzung der Dachzone in die Steinbauweise; Zusammenhänge mit technologischem Fortschritt, symbolischer Bedeutung und Denkmalcharakter von Repräsentations- und Kultbauten
     
Beispiele: Cuicuilco, Hochtempel; Uaxactún, Hochtempel auf Estructura E-VII-sub; rezente Wohnhäuser mit Lehm- und Steinsockel; Wohnhäuser mit lehmbeworfenen Wänden; Piedras Negras, Rekonstruktion von Estructura K-5 3d; Palenque, Palast; Palenque, Tempel XII

 
 
ENTSTEHUNG DER KRAGWÖLBUNG BEI DEN MAYA

 
Themen:
 
  • Hypothesen über die Entstehung der Kragwölbung aus der Ableitung von Holzkonstruktionen oder aus bautechnischen Vorgaben
     
  • Formen und Proportionen von Kraggewölbe-Profilen im Vergleich mit Querschnitten von Holzkonstruktionen
     
  • Allgemeine physikalische Gesetzmäßigkeiten des Überkragens und bautechnische Prinzipien in der Herstellung von Kraggewölben
     
  • Die Wertlosigkeit monokausaler Argumentation im Begreifen entwicklungstypologischer Prozesse
     
Beispiele: rezente Hütten in Yucatán, Dachkonstruktionen; Kraggewölbe in Uaxactún, Palenque, Edzná, Chichén Itzá; Palenque, "Pyramide der Inschriften", Kraggewölbe der Grabkammer; Schemata Prinzipien der Kragwölbung; Schemata verschiedener Maya-Kraggewölbe

 
 
PROPORTION UND DIMENSION
IN DER MONUMENTALISIERUNG VON BAUWERKEN

 
Themen:
 
  • Monumentalisierung von Bauwerken durch überproportionale Steigerung markanter Elemente (Unterbauten; Dachzonen und Dachaufbauten; Fassadendekor)
     
  • Monumentalisierung durch Steigerung der Baumasse: Probleme in der Umsetzung von Holz-Skelettbauten in die Massivbauweise
     
  • Unterschiedliche bautechnische Möglichkeiten und Zwänge bei Steigerung der Baumasse und Steigerung des Innenraumvolumens, betrachtet im allgemeinen und unter den besonderen Voraussetzungen der Maya-Bauweise
     
  • Diskrepanz von großen Außendimensionen und geringen Innenraumvolumina als allgemeines Charakteristikum bei der Übernahme von Bauformen des Holzskelettbaus in den Massivbau
     
  • Steigerung des Innenraumvolumens durch additive Anordnung von Raumzellen
     
  • Die Reihung nebeneinanderliegender Raumzellen (Breiträume) im Profanbau und ihre Auswirkung auf die Baukörperproportionen von Palästen
     
  • Die Reihung hintereinanderliegender Raumzellen (Breiträume) im Sakralbau und ihre Auswirkung auf die Baukörperproportionen von Tempeln
     
  • Hintereinanderschaltung von Räumen als "dynamisches" Prinzip im Kultbau
     
Beispiele: traditionelle Wohnhäuser in Yucatán; Labná, El Mirador; Chichén Itzá, Kukulcán- Pyramide; Uxmal, "Pyramide des Wahrsagers"; Kabah, Codz-poop; Palenque, Sonnentempel; Tikal, Tempel II; Palenque, "Pyramide der Inschriften"; Uxmal, "Gouverneurspalast"; Uxmal, "Viereck der Nonnen"; Nakum, Estructura D; Tikal, Nordakropolis; Tikal, Tempel I, IV, V; schematische Darstellungen: Proportionen und Reihungen von Raumzellen im Profan- und Sakralbau

 
 
WANDLUNG VON FORM, FUNKTION UND SYMBOLIK
BEI DER UMSETZUNG VON SKELETTBAUWEISEN
IN DIE MASSIVBAUWEISE

 
Themen:
 
  • Stellenwert der Tradition in der Entwicklung von Bauformen
     
  • Bedeutung der "Häuptlingshütte" für das architektonische Konzept von Repräsentationsbauten der Maya
     
  • Das Verhältnis zwischen Form, Funktion und Konstruktion: Wandlung von konstruktiven Elementen des Holzbaus zu "Dekorstücken" bei der Umsetzung in den Steinbau
     
  • Verselbständigung der Dekorstücke und Verlust der Bindung an das architektonische Konzept
     
Beispiele: Labná, "Triumphbogen"; Uxmal, Hüttendarstellungen im "Viereck der Nonnen"; Baudetails traditioneller Maya-Wohnhäuser; Labná, Palast; Sayil, Palast; Kabah, Teocalli; Uxmal, "Haus der Schildkröten"
 
  • Die Dachzone als Signal und Symbolträger, und als Schwerpunkt der Monumentalisierung
     
  • Kennzeichnung hochrangiger Bauwerke durch Dachaufbauten (Cresterías)
     
  • Umsetzung der ursprünglich aus vergänglichen Materialien errichteten Cresterías in die Steinbauweise: typologische Sequenz "tektonischer" und "atektonischer" Formen
     
  • Dominanz der Dachzone: Zusammenhänge mit gestalterischen Intentionen, bautechnischen Zwängen und symbolischen Aussagen
     
Beispiele: rezente Maya-Hütten; zapotekisches Tempelmodell aus Monte Albán; Tempeldarstellungen aus Tikal; Hüttendarstellungen im "Viereck der Nonnen" von Uxmal; Sayil, Palast; Palenque, "Pyramide der Inschriften"; Palenque, Palast; Palenque, Sonnentempel; Palenque, Kreuztempel; Edzná, "Gebäude der 5 Stockwerke"; Tikal, Tempel I; Tikal, Tempel III; Tikal, Inschriftenpyramide; Tikal, Tempel V; Palenque, Tempel XII; Uxmal, Gouverneurspalast; Uxmal, "Viereck der Nonnen"; Tulum, Estructura 5; Tulum, Estructura 16; Schema des Zusammenhanges von Kragwölbung und Dachzone; Uxmal, "Haus der Schildkröten"; Kabah, Teocalli; Labná, Palast; Chichén Itzá, "Kirche"
 
  • Formale Prinzipien und symbolische Bedeutung des Maskendekors in der Maya-Architektur
     
  • Das Verhältnis von anthropomorphen Darstellungen und Darstellungen architektonischer Elemente als Fassadendekor, betrachtet im Zusammenhang mit dem Begriff der "Umsetzung" der Holzbauweise in die Steinarchitektur
     
Beispiele: Chichén Itzá, "Haus der Nonnen"; stilisierte Maske, schematische Darstellung; Chichén Itzá, "Kirche"; Uxmal, Gouverneurspalast; Uxmal, "Viereck der Nonnen"; Labná, Palast; Tikal, Nordakropolis; Copán, "Treppe der Hieroglyphen"; Kabah, Codz-poop; Hormiguero, Estructura II; Chicanná, Estructura II

 
 
 

MONUMENTALARCHITEKTUR DER ANDINEN KULTUREN
 


 

     
Themen:
 
  • Regionale und überregionale kulturelle Prägungen im präkolumbischen andinen Raum: "Zwischenzeiten" und "Horizonte"
     
  • Gemeinsame Merkmale der Architektur andiner Kulturen; ihr Auftreten in verschiedenen Regionen und zu unterschiedlichen Zeiten
     
  • Vergleich architektonischer Prinzipien in der Anlage von Palast- und Kultbauten in Kotosh, Cerro Sechín, der Chavín-, Paracas/Nazca-, Moche- Tiahuanaco-, Huari- und Chimú-Kultur
     
  • Monumentalarchitektur als Machtdemonstration, gezeigt am Beispiel der Moche-Kultur
     
  • Geometrisierungstendenzen in der Formensprache der Architektur Tiahuanacos
     
  • Tendenzen zur seriellen Repetition und städtebauliche Prinzipien in der Chimú-Architektur
     
Beispiele: Kotosh; Chavín de Huantar; Cerro Sechín; Nazca; Moche, Huaca del Sol; Tiahuanaco, Kalasasaya und Sonnentor; Chanchan

 
 
 

NORMATIVE FORMEN DER ARCHITEKTUR
IM STAATLICH ORGANISIERTEN BAUWESEN DER INKA
 


 

   
EINLEITUNG

 
Themen:
 
  • Staat und Gesellschaft im Inka-Reich
     
  • Organisation als Zwang: Ordnungsstrukturen einer zentralistisch geführten Diktatur
     
  • Architektur als Mittel der Staatsmacht
     
  • Architektur als Spiegel politischer Prinzipien: Starre Machtstrukturen mit ihrer Tendenz zur Normierung und ihrer Angst vor individuellen Prägungen als Basis der Entstehung einer uniformen Architektur
     
  • Die Erstarrung einer staatlich verordneten Architektur in der standardisierten Serienproduktion öffentlicher Gebäude
     
  • Übernahme architektonischer Prinzipien und Formen älterer andiner Kulturen als Grundlage für die Entwicklung von Standardtypen
     
  • Verlust des Zusammenhanges von Form und Funktion bei der Normierung von Bautypen
     
  • Standardisierte Architektur und die Probleme ihrer Anpassung an regionale Besonderheiten

 
 
STADTANLAGEN

 
Themen:
 
  • Bedeutung der Städte als Zentren regionaler Verwaltung und als strategische Punkte im System der Heeresstraßen
     
  • Allgemeine städtebauliche Prinzipien im Inka-Reich
     
  • Die Stellung von Plaza und Usnu im städtebaulichen Gefüge; ihre Bedeutung als Symbole der Staatsmacht
     
  • Gliederung der Stadtanlage nach funktionalen Kriterien
     
  • Formale Ordnungsprinzipien innerhalb der Stadtbezirke
     
  • Planerische und visuell erfaßbare Ordnung urbaner Bereiche
     
Beispiele: Cuzco, Huánuco Pampa

 
 
BAUTYPEN DER INKAS

 
Themen:
 
  • Das Einraumhaus auf Rechteckgrundriß als Norm: Proportionen und Dimensionen
     
  • Das Satteldach mit Firstpfette, ohne Bundbalken, als Standard: Giebelhäuser als gerichtete Bauwerke und ihre Ordnungsprinzipien im städtebaulichen Gefüge
     
  • Innere Teilung des Einraumhauses: konstruktive Zwänge anstatt funktionaler Bedürfnisse: Entstehung "zweischiffiger" Bauten durch die Reihung von Firstpfettenstützen; Entstehung "zweigeteilter" Bauten durch die Unterstützung der Firstpfette mit einer Mittelmauer
     
  • Entwicklung des "Mittelmauer-Typs" aus der gekuppelten Bauweise
     
  • Der "Masma"-Typ als Variante des Normhauses: Formaler Schematismus und funktionale Variabilität
     
  • Mehrgeschossige Bauten als Sonderfälle: ökonomische Ausnutzung topographischer Gegebenheiten
     
Beispiele: Rezente peruanische Bauernhäuser; Ollantaytambo, Block 7; Masmas in Machu Picchu; Hanghäuser in Machu Picchu und Ollantaytambo

 
 
KANCHA

 
Themen:
 
  • Ursprung der Kancha als Gruppierung von Einraumhäusern im Bauerngehöft
     
  • Die Invariabilität des Standardtyps in der Gruppierung und in der Funktionsvielfalt
     
  • Standardisierung der Kancha als uniforme Siedlungszelle im städtischen Rastersystem
     
  • Städtebauliche Verdichtung durch Verdopplung und Vervierfachung des Kancha-Typs
     
  • Der Baublock als bestimmendes Element der urbanen Gliederung von Wohnvierteln
     
  • Die Kancha als öffentliches Gebäude; serielle Reihung als architektonisches Ordnungsprinzip
     
  • Die Kancha als Gehöft, als städtisches Wohnquartier, als Repräsentations- und Verwaltungsbau und als Kultbau: Probleme der funktionalen Zuordnung uniformer Bautypen
     
Beispiele: Rezente peruanische Gehöfte; Patallaqta, Wohnviertel; Ollantaytambo, Qozqo-Viertel; Raqchi, Kanchas im Viracocha-Kultbezirk

 
 
KALLANKA

 
Themen:
 
  • Monumentalisierung des Standardtyps: Die Kallanka als überdimensioniertes Einraumhaus
     
  • Die Wirkung von Repräsentationsbauten im Zusammenhang mit ihrer städtebaulichen Situierung, ihren Dimensionen und Proportionen
     
  • Die Problematik im architektonischen Konzept der Kallanka in Beziehung zu ihrer Funktion als Repräsentationsbau
     
  • Serielle Repetition architektonischer Elemente in ihrer Auswirkung auf das Gesamterscheinungsbild eines Bauwerks
     
  • Konstruktiv bedingte Grenzen der Dimensionssteigerung von Standardtypen; bautechnische Zwänge als Ursache typologischer Varianten
     
  • Additive Anordnung von Standardtypen als Mittel der Dimensionssteigerung
     
Beispiele: Kallankas in Huánuco Pampa; große Kallanka von Inkallaqta; Kallanka in Vitcos-Rosaspata

 
 
SAKRALBAU

 
Themen:
 
  • Das Fehlen eines spezifischen Sakralbautyps als Charakteristikum für das Fehlen des Zusammenhanges von Funktion und Form in der Inka-Architektur
     
  • Bauform des Tempels als Adaption des Kallanka-Typs, gezeigt am Beispiel des Viracocha-Tempels in Raqchi
     
  • Konstruktive Zwänge als Ursache für Abweichungen vom Kallanka-Standardschema
     
  • Modifikation architektonischer Elemente und Detailformen für die Bedürfnisse ritueller Handlungen im Tempel
     
  • Bauform des Tempels als Adaption des Kancha-Typs, gezeigt am Beispiel des Qorikancha-Tempels in Cuzco
     
  • Mehrschichtige funktionale Möglichkeiten des Bautyps Kancha und seine Nutzung als architektonische "Hülle" für die besondere Form der Götterverehrung im Qorikancha-Heiligtum
     
  • Gegensatz von bedeutungsloser architektonischer Formensprache und anspruchsvoller Ausstattung: Artikulation von Rangstufen im Sakralbau der Inka
     
  • Beispiele: Raqchi, Viracocha-Tempel; Cuzco, Qorikancha

 
 
SONDERBAUTYPEN

 
Themen:
 
  • Die ökonomische und symbolische Bedeutung der Qollqas als staatlich errichtete und verwaltete Speicherbauten
     
  • Spezifische Gestaltungsprinzipien und funktionale Optimierung von Qollqas
     
  • Anordnung von Qollqas, topographische Situierung und städtebauliche Lage
     
  • Bauform und konstruktive Besonderheiten der Chullpas (Grabmäler) als Übernahme älterer Architekturtraditionen
     
  • Der Usnu als architektonisches Mittel der Repräsentation der Staatsmacht
     
  • Symbolik architektonischer Elementarformen
     
  • Symbolische Bedeutung spezifischer Situierungen im städtebaulichen Gefüge
     
  • Bauliche Prinzipien und Funktionen von Festungen im Inka-Reich im Zusammenhang mit allgemeinen wehrtechnischen Vorgaben bei der Anlage von Verteidigungsanlagen
     
  • Beispiele: Qollqas in historischen Darstellungen; Qollqas in Huánuco Pampa, Raqchi und Cotapachi; Chullpas in Sillustani; Usnus in Huánuco Pampa und Vilcashuamán; Festung Saqsayhuamán bei Cuzco

 
 
MAUERWERK

 
Themen:
 
  • Ausgeprägte Individualität in der Mauerwerksgestaltung als starker Gegensatz zur Normierung der Bautypen bei den Inkas
     
  • Hierarchische Ordnung verschiedener Arten des Inka-Mauerwerks
     
  • Herstellungstechnische Besonderheiten und symbolische Bedeutung von Form und Größe der Hausteine, Fugenteilung und Oberflächenbearbeitung
     
  • Charakteristika des Inka-Mauerwerks im Vergleich mit der Mauertechnik anderer Baukulturen
     
  • Allgemeingültige Prinzipien in der Herstellung von Mauerwerk im Zusammenhang mit Materialressourcen, technologischem Entwicklungsstand, Funktion und Symbolik
     
Beispiele: Raqchi, Viracocha-Tempel; Huánuco Pampa, "königlicher Bezirk"; Tarahuasi; Cuzco, Qorikancha; Ollantaytambo, "Sonnentempel".

 
 
 
 

NEGATIVARCHITEKTUR
 


 

  
EINLEITUNG

 
Themen:
 
  • Definition des Begriffs "Negativarchitektur"
     
  • Grenzbereich zwischen skulptural und architektonisch Gestaltetem:
    • Negativarchitektur als bildhauerische Schöpfung
    • Negativarchitektur als Darstellung gebauter Architektur
    • Negativarchitektur als Nachbildung gebauter Architektur
    • Negativarchitektur als Umsetzung gebauter Architektur
       
  • Die natürlich entstandene Höhle als Ausgangspunkt der Negativarchitektur: Erweiterung und Ausgestaltung des Höhleninneren
     
  • Formensprache der gebauten Architektur als Grundlage der Negativarchitektur: Gestaltung des Höhleninneren als Abbild der Innenräume von Holz-, Ziegel- oder Steinbauten
     
  • Zusammenhänge zwischen Raum, Fassade und Baukörper in der Negativarchitektur, betrachtet im Rahmen typologischer und chronologischer Entwicklungsprozesse von Bautypen
     
  • Vergleich der unterschiedlichen statischen Verhältnisse in gebauter Architektur und in der Negativarchitektur, und die daraus erwachsenden baulichen Zwänge und Möglichkeiten
     
  • Negativarchitektur in der Funktion der Grabstätte, des Sakralraums, der Versammlungsstätte und des Wohnraums: Umsetzung von Funktion und Form gebauter Architektur in die Höhlenarchitektur
     
  • Der Verlust des Zusammenhanges zwischen Form und Konstruktion: Nachbildung konstruktiver Systeme in der Negativarchitektur
     
Beispiele: Ossi (Sardinien): neolithische Höhlengräber; Göreme (Kleinasien): Höhlenkirchen und Höhlenwohnungen; Myra, Limyra, Xanthos (Kleinasien): Fassaden- und Blockgräber; Ajanta (Indien): Höhlenkloster und Chaitya-Hallen; Bhaja (Indien): Chaityahalle; Mamallapuram (Indien): Rathas; Elura (Indien): Kailasa-Tempel

 
 
KULTSTÄTTEN IN PERU

 
Themen:
 
  • Der Gegensatz "skulpturaler" und "tektonischer" Gestaltungsprinzipien im Vergleich der Negativarchitektur und der gebauten Architektur der Inkas
     
  • "Naturform" und "Kunstform": Negativarchitektur als gestalterischer Eingriff in das Ungestaltete
     
  • Kultstätten der Inkas als Beispiel für den Zusammenhang von Form, Funktion und Symbolik in der Negativarchitektur
     
  • Kultstätten als Bindeglieder zwischen Irdischem und Überirdischem: Umsetzung kosmischer Vorstellungen in Skulptur und (Negativ-) Architektur
     
Beispiele: Machu Picchu, "Torreón" und "Grotte"; Machu Picchu, Intihuatana; Choqequilla, Altarstein; Kenko, Kultstätte; Saihuite, "Oberer Stein"

 
 
FELSENGRÄBER DER NABATÄER

 
Themen:
 
  • Topographische und geologische Verhältnisse im Gebiet um das Tote Meer
     
  • Mythologische Beziehungen zu "Fels" und "Berg" bei den Nabatäern
     
  • Formale Nachbildung gebauter Architektur in der Negativarchitektur unter Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten
     
  • Kombination von Negativarchitektur und gebauter Architektur bei Wohn- und Befestigungsanlagen
     
  • Stellenwert der Grabstätte in der Negativarchitektur: Die besondere Situation der nabatäischen Felsengräber im globalen Vergleich
     
  • Signalwirkung und Repräsentationsanspruch in den Sepulkraltypen Schachtgrab, Fassadengrab und Blockgrab
     
  • Das Verhältnis von Grabfassade und Grabraum in der nabatäischen Negativarchitektur
     
  • Typologie der Grabfassaden in der nabatäischen Hauptstadt Petra
     
  • Sepulkralarchitektur als Mittel der Repräsentation: Formprinzipien der nabatäischen Grabtypen als Ausdruck des sozialen Status
     
  • Beeinflussung der architektonischen Entwicklung durch Nachbarkulturen: Auswirkungen von Handelsbeziehungen und politischen Bindungen auf die Formensprache der nabatäischen Negativarchitektur
     
  • Übernahme von architektonischen Ideen anderer Kulturen als Kopie oder als Anregung zur Schaffung einer eigenständigen Formensprache: Die Umsetzung von babylonisch-assyrischen, griechischen und römischen Architekturelementen in der Negativarchitektur der Nabatäer
     
Beispiele: es-Sela; el-Beidha; Petra: Blockgräber, Theaternekropole, Fassadengräber im Sik, im Wadi el-Farasa und auf el-Meesara, Palastgrab, Khazne Fira’un, ed-Deir

 
 
FELSENKIRCHEN IN ÄTHIOPIEN

 
Themen:
 
  • Bauformen und Mauerungstechniken vorchristlicher Tempel und Paläste als Vorbilder für die Negativarchitektur der äthiopischen Felsenkirchen
     
  • Übernahme der altaksumitischen Fachwerkbauweise in die christliche Sakralarchitektur
     
  • Umsetzung der Fachwerkbauweise in die Negativarchitektur
     
  • Übernahme und Modifikationen von Baukörper- und Raumschemata gebauter Kirchen Äthiopiens in die Felsarchitektur
     
  • Räumliche Dimensionen in der Negativarchitektur: Die Bedeutung von Fassade und Baukörper im Erscheinungsbild der äthiopischen Felsenkirchen
     
Beispiele: Schema der altaksumitischen "Affenkopf-Bauweise"; Aksum, Palast Amda Mikael; Debre Damos, Klosterkirche; Yemrehanna Krestos; ‘Addi Qašo; Lalibela: Emanuelkirche, Erlöserkirche, Marienkirche, Georgskirche

 

 
 

STUFENBAUTEN UND PYRAMIDEN
 


  

  
EINLEITUNG

 
Themen:
 
  • Polyzentrische Entstehung und Entwicklung von Bautypen, dargestellt am Beispiel der Stufenbauten und Pyramiden in unterschiedlichen Kulturen
     
  • Die Bautypen Plattform und Tumulus als Wurzeln der Entwicklung von Stufenbauten und Pyramiden
     
  • Bautechnische Aspekte der Entstehung von Plattformen: Die Errichtung von Bauwerken auf Plattformen und Wurten als Schutz vor Bodenfeuchtigkeit in Überschwemmungs- und Sumpfgebieten; die Errichtung von Bauwerken auf Hangterrassen; Verankerung von Ständerbauten in Plattformen
     
  • Symbolische Aspekte der Entstehung von Plattformen und Wurten: Das Prinzip der physischen "Erhöhung" als Ausdruck sozialer Hierarchien in gesellschaftlichen Konventionen; symbolische Gründe für die Errichtung von Wohnhäusern, Palästen und Tempeln in erhöhten Lagen
     
  • Differenzierung von Plattformhöhen als Ausdruck unterschiedlicher gesellschaftlicher Rangstufen
     
  • Die hohe Plattform als Symbol der Macht
     
Beispiele: Wurten in Überschwemmungsgebieten Hinterindiens; Hangterrassen in Zentralamerika, Indonesien und Polynesien; Ständerbauverankerung bei Plattformen in Melanesien; Vailele-Wurten (Samoa); Thronsaal in Lopburi (Thailand); Usnus in Huánuco und Vilcashuamán (Peru)

 
 
STUFENBAUTEN UND PYRAMIDEN
IN MESOAMERIKA, MESOPOTAMIEN UND SÜDOSTASIEN

 
Themen:
 
  • Die Entstehung von Tempelpyramiden in Mesoamerika:
    Monumentalisierung der Unterbauten im Sakralbau; das Dominanzverhältnis des Unterbaus zum Hochtempel
     
  • Etagierung des Unterbaus: gestalterische und bautechnische Gründe
     
  • Das System Tablero-Talud und seine Auswirkungen auf die Entwicklung der mesoamerikanischen Tempelpyramiden
     
  • Variationen des Tablero-Talud-Systems im mexikanischen Hochland und im Maya-Gebiet
     
  • Additive Reihung und Dimensionssteigerung von Bauteilen als Mittel der architektonischen Monumentalisierung
     
  • Einfluß der architektonischen Gliederung auf die visuelle Erfassung von Baumassen
     
  • Die Entstehung der mesopotamischen Zikurrate: Auswirkungen der Lehmbautechnik auf die Entwicklung von Wurten und Plattformen
     
  • Bautechnische Erfordernisse als Ursache bestimmter architektonischer Charakteristika und deren Übernahme als gestalterisches Prinzip
     
  • Höhensteigerung des Unterbaus in ihrer Auswirkung auf Repräsentations- und Signalwirkung, dargestellt am Beispiel von Kultbauten in Hinterindien und Indonesien
     
  • Symbolik von Unterbau und Oberbau, betrachtet am Beispiel des Borobudur (Java)
     
  • Bedeutung der Aufgänge im Konzept von Stufenbauten und Pyramiden: Wertigkeiten formaler, funktionaler und symbolischer Faktoren in der Entstehung von Tempeltreppen, Aufwegen und Gangsystemen, dargestellt im globalen Rahmen allgemeingültiger Prinzipien der architektonischen Entwicklung
     
  • Treppenanlagen mesoamerikanischer Tempelpyramiden in ihrer gestalterischen, funktionalen und symbolischen Bedeutung, sowie ihrem Stellenwert im städtebaulichen Konzept
     
  • Architektonische Aspekte und symbolische Wertigkeiten der Aufgänge mesopotamischer Zikurrate
     
  • Funktion und Symbolik der Aufgänge und Galerien im architektonischen Konzept eines buddhistischen Kultbaus, betrachtet am Beispiel des Borobudur
     
Beispiele: Mesoamerika: rezente Wohnhäuser im zentralmexikanischen Hochland; La Venta; Cuicuilco; Teotihuacán, Sonnenpyramide; Teotihuacán, Mondpyramide; Teotihuacán, Quetzalcoatlpyramide; El Tajín, Nischenpyramide; El Tajín, Edificio 5; Uxmal, "Pyramide des Wahrsagers"; Edzná, "Gebäude der 5 Stockwerke"; Sayil, Palast; Chichén Itzá, Kukulcánpyramide ("El Castillo"); Edzná, Plaza; Teotihuacán, Plazuela de la Luna; Chichén Itzá, Nordgruppe. Mesopotamien: Eridu, Zikurrat; Ur, Nannar-Zikurrat; Babylon, Zikurrat Etemenanki; Tšoga Zanbil, Zikurrat; Uruk, Anu-Zikurrat. Südostasien: Bangkok-Thonburi, Wat Arun; Si Satchanalai, Wat Khao Suwan Khiri; Borobudur

 
 
 

SCHLUSSBEMERKUNGEN


 
  • Diffusionstheorien; Entstehung und Entwicklung architektonischer Formen unter dem Einfluß interkultureller Kontakte; Bewertung geographischer und zeitlicher Distanzen für die Annahme zwischenkultureller Einflüsse
     
  • Konvergenztheorien; polyzentrische Entstehung und Entwicklung architektonischer Formen; allgemeingültige Prinzipien der architektonischen Evolution
     
  • Die Architektur als Indikator der kulturellen Entwicklung